Kleingärtnerverein Westhagen
Kleingärtnerverein Westhagen

Die ersten fünf Jahre waren die schwersten

 

 

Die Zeit von 1975 – 1980

 

Wie schon ausgeführt, begannen im Mai 1976 die Aktivitäten auf dem neuen Vereinsgelände.

Die Kleingartenanlage änderte nun fast täglich ihr Gesicht.

Sowie die Baugenehmigungen für die Gartenlauben bei den einzelnen Gartenfreunden vorlagen, - die Bauverwaltung spielte mit und beeilte sich mächtig - begannen die Gartenfreunde mit dem Laubenbau. Kubikmeter um Kubikmeter Fundamentbeton wurden angemischt und gegossen, Mauern wurden hochgezogen, Dächer angebracht, Fenster und Türen eingesetzt. Nachbarn halfen Nachbarn, zumal die als nächste den Betonmischer benötigten. Mehrmals täglich bringen Baumärkte tonnenweise Baumaterial in die einzelnen Parzellen.

Und dann schon nach wenigen Tagen weht der erste Richtkranz über der neuen Laube auf Parzelle 43; Stolzer Bauherr: Gartenfreund Hermann Rabsch.

 

Bauen ist nun einmal Männersache.

Die Frauen und Kinder beschäftigten sich derweil schon mal mit dem Garten, kultivierten den Boden und brachten den ersten Samen und die ersten Pflanzen ein.

Unter der fachkundigen Leitung des 2. Vorsitzenden Friedrich Rothenberg wurde gleichzeitig am Funktionshaus weiter gearbeitet, das mit jedem Tag mehr Form und Gestalt annahm.

 

Es wurde aber nicht nur gearbeitet. Auch das gelegentliche Feiern kam damals nicht zu kurz. Der damalige Festausschuß - man muß ihn heute noch loben – organisierte in den ersten Jahren drei Feste jährlich; eins im Frühjahr, eins im Sommer und eines im Herbst, später dann auch in der Vorweihnachtszeit. Das Schöne aber war: Alle, aber wirklich alle Gartenfreunde machten mit!

 

1976 und 1977 sind die Anlagenwege fertig geworden.

Der Außenzaun mit dem West- und Osttor wurde fertiggestellt, der Teich am Parkplatz wurde ausgeschoben und der Parkplatz wurde angelegt. Das alles führte noch die Stadt Wolfsburg durch. Die Gartenfreunde selbst zogen unter der Regie des Vereinsvorstands die Innenzäune und bauten für die Kinder den wunderschönen Spielplatz mitten in der Anlage. Er ist gleichzeitig der höchste Punkt der Kleinmgartenanlage. Außerdem beschloß die Jahreshauptversammlung 1977, die Kleingartenanlage mit Strom zu versorgen und jeder Parzelle ihren Elektroanschluß zu ermöglichen. Für diese beiden Maßnahmen wurden in 1976 und 1977 pro Garten DM 700,-- Investitionsumlage und je 80 Gemeinschafts-stunden beschlossen.

In diesen Jahren gestaltete die Stadt Wolfsburg den Rathausplatz um. Viele Mitglieder erinnern sich sicherlich noch an die mosaikähnliche Pflasterung des früheren Rathausplatzes. Dieses Natursteinpflaster wurde dem KGV Westhagen angeboten. Einige Quadratmeter wurden geholt und damit der Vorplatz vor dem Funktionshaus gepflastert. Leider hatte diese Maßnahme nur kurzen Bestand und mußte wegen der Befahrbarkeit des Vorplatzes später wieder geändert werden.

Im Frühjahr 1978 wurde der Spielplatz fertig und feierlich seiner Bestimmung übergeben. Außerdem führte die Stadt Wolfsburg die westliche und südliche Bepflanzung des Grüngürtels durch. Das große Holz-schild am Eingang zum Parkplatz wurde angefertig und aufgestellt.

 

Eine Jugendgruppe entsteht

 

Unterstützt vom Vorstand, vielen Eltern und dem Festausschuß, baute das damalige Mitglied Ernst Stappmanns eine Kinder-und Jugendgruppe auf. Von nun an hatten die Kinder und Jugentlichen neben dem Kleingarten ihrer Eltern ein weiteres Erlebnis und Betätigungsfeld. Der Verein organisierte Wochenend- und Ferienfahrten, Zeltlager und viele, viele andere Dinge. Zur Weihnachtsfeier des KGV überraschten die Kinder mit der Aufführung eines Märchenspiels: „Hänsel und Gretel“, dem in den nächsten Jahren weitere Märchenaufführungen folgten.

 

Die erfolgreiche Arbeit, die der 1.Vorsitzende Uwe Fiehler im KGV Westhagen bisher geleistet hatte, führte dazu, daß er, nachdem er bereits 2. Vorsitzender war, nunmehr 1. Vorsitzender des Bezirksverbands der Kleingärtner Wolfsburg und Umgebung e. V. wurde.

                                  

1979 wollte es der Vorstand etwas ruhiger angehen lassen und gönnte den Mitgliedern eine kleine Umlagen- und Arbeitspause. So wurden in erster Linie Rest-arbeiten aus den Vorjahren fertiggestellt, aber auch die Weichen für das kommende Jahr gestellt. Das Funktionshaus - es wurde zwei Mal erweitert - hatte in der ersten Baustufe nur 64 m² und reichte längst nicht mehr, denn die Nutzungsansprüche waren größer geworden. So bekam der Vorstand den Auftrag, die Erweiterung des Funktionshauses um ca. 40 m² zu planen und das Ergebnis einschließlich Finanzierung auf der nächsten Jahreshauptversammlung vorzulegen.

Das Jahr fand seinen Abschluß in einer großen Weihnachtsfeier in der Mehrzweckhalle in Mörse. Der Vorstand freute sich über ein volles Haus, denn alle Mitglieder-Familien und viele Gäste feierten den Jahres-ausklang. Seit August hatten die Kinder wieder ein Weihnachtsmärchen einstudiert, die Frauengruppe und der Festausschuß schneiderten die Kostüme und bauten

die Bühnendekorationen.Zum Schluß gab es viel Beifall für das Grimm’sche Märchen „Schneewittchen“.

 

1980 wurde das fünfjährige Jubiläum des KGV Westhagen e. V. gefeiert.

Für die Jahreshauptversammlung waren so viele wichtige Entscheidungen vorgesehen, daß der Vorstand

die Versammlung in zwei Teilen durchführen mußte. Zunächst beschloß die JHV auf Basis der vom Vorstand vorgelegten Erweiterungsplanung und Finanzierung die Heimerweiterung in Angriff zu nehmen. Der Bauantrag wurde gestell und im Haushalt wurden DM 14.000,-- für diese Maßnahme genehmigt. Natürlich war dies nur mit einer weiteren Finanzierungsumlage von DM 300,-- je Mitglied möglich.

Rechtzeitig zum 5-jährigen Jubiläumsfest konnte der KGV Westhagen seine ersten großen Auszeichnungen entgegennehmen. Der Vorstand hatte die Gartenanlage für den Landes- und Bundeswettbewerb gemeldet und war sehr überrascht, daß die noch recht junge Klein-gartenanlage erster Landes- und dritter Bundessieger wurde. Darüber hinaus erhielt der KGV Westhagen aus der Hand des Oberbürgermeisters Rolf Nolting den bei der Gartenolympiade zum ersten Mal verliehenen Stadtpokal für die schönste Kleingartenanlage in Wolfsburg. Das Jahr 1980 war damit nicht nur ein Jubiläumsjahr für die Westhagener Kleingärtner, sondern auch eines der erfolgreichsten. Zum ersten Mal wurde ein Vereinsfest drei Tage lang in einem großen Festzelt auf dem Vereinsgelände gefeiert: Der Freitag war den Kindern vorbehalten. Am Samstag gab es den großen Jubiläumsball und am Sonntagsmorgen das zünftige Gärtnerfrühstück, zu dem sich auch viel Prominenz, an der Spitze Oberbürgermeister Nolting, einfand. Als Geschenk der Stadt brachte Nolting 50 m Wasserschlauch mit, der dann auch gleich den Spitznamen „Nolting-Pipeline“ bekam.

 

Aufgrund von Straßenbaumaßnahmen im Ortsteil Hehlingen mußte der dortigen Kleingärtnerverein sein Gelände aufgeben. Der KGV Westhagen beschloß´, die Hehlinger Gartenfreunde aufzunehmen, und veranlaßte bei der Stadt Wolfsburg die ohnehin vorgesehene Erweiterung seiner Anlage um 15 Gärten im Norden des Geländes.

 

Den Jahresabschluß bildete wieder die große Weihnachtsfeier in der Mehrzweckhalle Mörse. Mit viel Beifall wurden die Kinder, die Frauengruppe und der Festausschuß für die gelungene Märchenaufführung „Frau Holle“ belohnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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